elderly man and woman discussing business in a meeting

Pflichtteil: Erbe darf notarielles Nachlassverzeichnis nicht von Mitwirkung des Pflichtteilsberechtigten abhängig machen

Wer enterbt wurde und seinen Pflichtteil verlangt, braucht verlässliche Auskunft über den Nachlass. Häufig reicht ein privates Nachlassverzeichnis des Erben nicht aus. Dann kann der Pflichtteilsberechtigte ein notarielles Nachlassverzeichnis verlangen. Streit entsteht oft darüber, wer bei dessen Erstellung mitwirken muss. Das OLG München (Beschluss vom 29.01.2026, Az. 33 W 1487/25 e) stellt klar: Der Pflichtteilsberechtigte darf sich grundsätzlich darauf beschränken, das notarielle Nachlassverzeichnis zu verlangen und entgegenzunehmen. Er muss nicht an gemeinsamen Terminen mit dem Erben teilnehmen und auch keine Stellungnahme zum Entwurf abgeben.

man on a wheelchair

Wenn der Eingliederungshilfeträger auf die Erbschaft zugreifen will

Erhält ein Mensch mit Behinderung Eingliederungshilfe und fällt ihm eine Erbschaft zu, kann der Leistungsträger versuchen, erbrechtliche Ansprüche auf sich überzuleiten. Das LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 14.04.2026, Az. L 2 SO 617/26 ER-B, zeigt aber klare Grenzen: Ein Anspruch auf Erbauseinandersetzung kann zwar grundsätzlich überleitbar sein. Der Leistungsträger darf aber nicht pauschal „sämtliche Ansprüche“ aus einem Nachlass an sich ziehen, ohne Schuldner, Zeitraum, Art der Leistung, Schonvermögen und Ermessensgesichtspunkte sauber zu prüfen.

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Testament verteilt Immobilien: Erbeinsetzung oder nur Vermächtnis?

Wenn ein Testament mehrere Grundstücke, Wohnungen oder Geldbeträge bestimmten Personen zuweist, liegt die Annahme nahe: Diese Personen sollen Erben sein. Das stimmt aber nicht immer. Das OLG München, Beschluss vom 21.04.2026, Az. 33 Wx 169/25 e, zeigt: Wer nur einzelne Nachlassgegenstände erhält, ist im Zweifel Vermächtnisnehmer und nicht Erbe. Das gilt besonders dann, wenn ein erheblicher Vermögensblock, etwa Kapitalvermögen oder Wertpapiere, im Testament gar nicht geregelt wird.

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Pflichtteil beim Landgut: Wann der Ertragswert statt des Verkehrswerts zählt

Wer enterbt wird und Pflichtteilsergänzung verlangt, möchte häufig den vollen Verkehrswert übertragener Immobilien ermitteln lassen. Bei einem landwirtschaftlichen Betrieb oder Weingut kann das anders sein. Das OLG Zweibrücken zeigt: Wird ein Weingut zu Lebzeiten auf ein Kind übertragen, kann für die Pflichtteilsberechnung der Ertragswert maßgeblich sein. Das kann den Pflichtteilsergänzungsanspruch erheblich beeinflussen.

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Hoferbfall: Was gehört zum Hof?

Bei landwirtschaftlichen Höfen entscheidet die Höfeordnung oft darüber, wer den Hof erhält und welche Abfindung die übrigen Erben bekommen. Das OLG Celle, Beschluss vom 19.01.2026, Az. 7 W 24/24, zeigt: Frühere Erbverzichte und Abfindungen wirken nicht automatisch in jeden späteren Hoferbfall hinein. Außerdem gehören Bankguthaben, Bausparverträge und Konten nicht schon deshalb zum Hof, weil sie einem Landwirt gehörten.

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